PATRIOT Bericht 11.02.2020:

Nach der Insolvenz der Antonius Holtkötter Zerspanungstechnik GmbH in Liesborn im vergangenen Jahr gründen ehemalige Mitarbeiter des Betriebs am selben Standort das neue Unternehmen F&F CNC- Technik. Einen Teil des Inventars haben sie gleich übernommen.
Von Bastian Puls
Liesborn – In diesem Monat gehen F&F mit ihrer neuen Firma an den Start. Die Buchstaben stehen für Guido Flürenbrock und Marcus Fecke, die bereits im Vorgänger-Unternehmen gearbeitet haben. Jetzt leiten sie den Nachfolger in Liesborn gemeinsam als Geschäftsführer. Mithilfe der CNC-Technologie fertigen die Mitarbeiter des Betriebs aus Rohmaterial (Aluminium, Messing, Stahl ect.) Bauteile zum Beispiel für die Automobilbranche oder den allgemeinen Maschinenbau. Zur Produktpalette gehören unter anderem Anhängerkupplungen oder Kippvorrichtungen für Lkw. Hier wird gefräst, gebohrt und geschliffen. Fecke bezeichnet die Firma deshalb auch als „verlängerte Werkbank“ seiner Kunden. Der 40-Jährige arbeitet mittlerweile seit 20 Jahren im Betrieb, fing dort einst im Jahr 2000 als Praktikant an und war auch schon vor der Insolvenz in der Geschäftsführung tätig. Für ihn ist die Gründung der Firma auch ein Neustart: „Wir fangen quasi wieder bei null an.“
Die Gründe für die Insolvenz gingen aus einem längeren Prozess hervor, wie Fecke erklärt: „In einer Phase um 2015 herum haben wir uns stark übernommen und die Produktion zu schnell hochgefahren.“ Nach dem Absprung eines großen Kunden konnte man dieses Level nicht aufrechterhalten, was letztendlich in der Insolvenz endete. Für einen mittleren fünfstelligen Betrag geht der Betrieb nun in den Besitz von F&F über.
Der Neubeginn baut zumindest teilweise auf der Basis des alten Betriebs auf und beinhaltet zunächst einmal eine Reduktion der Angestelltenzahl. Zwölf von zuletzt 18 Mitarbeitern sind auch unter dem neuen Namen der Firma weiter mit dabei, die restlichen Arbeitsverträge liefen aus. „Wir starten erst einmal im Zweischichtbetrieb, peilen aber in naher Zukunft an, auf drei Schichten hochzufahren“, erklärt Flürenbrock die Personalplanungen. Auch das Inventar stammt zumindest zum Teil aus dem Besitz der Antonius Holtkötter GmbH, wurde im Rahmen des Insolvenzverfahrens erworben. Dazu gehören unter anderem Dreh- und Fräsmaschinen, diverses Werkzeug und Gabelstapler.
Für eine gute Ausgangssituation zum Firmenstart sorgt der Kundenstamm, der mit dem Liesborner Standort schon teilweise jahrelang vertraut ist. Auch wenn die Aufträge, die entgegengenommen werden können, entsprechend der niedrigeren Mitarbeiterzahl auch reduziert werden müssen, sieht Flürenbrock diesen Umstand nicht automatisch negativ: „Früher herrschte bei uns eine Mischkalkulation. Jetzt können wir uns die Kunden gezielt aussuchen und sind deshalb sogar effektiver“ – Rosinenpickerei im positiven Sinne.

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